«Es wäre schlimm gewesen, nach dieser Leistung ohne Punktgewinn zu bleiben»: FC Baden schafft die Überraschung und holt einen Punkt
Es schien mal wieder gegen den FC Baden zu laufen. Da hatte er dem Favoriten Paroli geboten und stand doch wieder mit leeren Händen da. Aber diesmal belohnten sich die Badener für ihren Einsatz, für ihr Engagement bis zur letzten Sekunde und trotzten dem Favoriten noch ein Unentschieden ab. Und dieser Punkt ist nicht gestohlen.
Ja, Rapperswil-Jona war die überlegene Mannschaft. Neun Eckbälle sprechen für sich, nur einen hatte der FC Baden am Ende auf seinem Konto. Doch wenn es um die Torchancen geht, dann sieht die Bilanz schon wieder anders aus. Denn nicht nur die Gastgeber kamen in einem abwechslungsreichen Spiel zu ihren Möglichkeiten, auch die Aargauer hatten so viele klare Möglichkeiten wie schon lange nicht mehr. Dreimal zog Captain Davide Giampà aus Positionen ab, aus denen er schon blind getroffen hatte. Diesmal sollte es nicht sein. Aber nicht nur er verpasste einen Treffer.
Auch Joël Brack und Owen Lewis brachten den Ball aus besten Positionen nicht im Netz unter. Bis in die Nachspielzeit, als sich Brack mit dem 1:1 für seinen unermüdlichen Einsatz belohnte und am richtigen Ort stand, als Torhüter Alan Omerovic den Schuss des eingewechselten Diego Rhein nicht festhalten konnte. Und wer hatte den Steilpass auf Rhein gespielt und diesem so freie Bahn ermöglicht: Captain Giampà.
Die Badener traten in Jona als ein Team an, das zeigte, dass es im Kampf gegen den Abstieg alles geben wird. Eine halbe Stunde lang taten sich die Aargauer schwer, sich vom Druck der Rapperswiler zu befreien, einen strukturierten Angriff aufzubauen. Doch dann wurden die Nadelstiche häufiger, es eröffneten sich nach Kontern hervorragende Chancen. Und in der Abwehr wehrte sich das Team solidarisch, da war keinem eine Grätsche oder ein weiterer Sprint zu viel.
Einmal liess sich die Abwehr richtig erwischen, Rijad Saliji nutzte das eine Viertelstunde vor dem Ende zur Führung. Aufgeben kam aber nicht infrage, im Gegenteil. Nun bestimmte Baden das Spiel, Thoma Monney erzielte in der letzten Minute den vermeintlichen Ausgleich, der Innenverteidiger stand allerdings knapp im Abseits. Und brauchte es nicht nur den Willen, sondern auch noch etwas Glück. Kurz vor dem Ausgleich traf Helaku Schmidt mit seinem Ablenker nur das Lattenkreuz.
Wie wichtig der Punktgewinn im Kampf um den Klassenerhalt ist, zeigt sich in der Tabelle. Weil Bavois gewonnen hat rutscht der FC Baden ab und steht nun als Zweitletzter auf einem Abstiegsplatz. «Das ist schon bitter», erklärte Badens Trainer Genesio Colatrella. Bis auf die Chancenauswertung war er sehr zufrieden mit seinem Team.
Der Plan, den Gegner kommen zu lassen und mit Kontern ihm Nadelstiche zu versetzen sei aufgegangen. «Und es wäre schon schlimm gewesen, nach dieser Leistung ohne Punktgewinn zu bleiben», fand er. «Die Mannschaft lebt, das hat sie gezeigt, alle Spieler zogen voll mit, auch die auf der Bank», lobte er. Und darauf lasse sich nun im Abstiegskampf aufbauen.
FC Rapperswil-Jona - FC Baden 1:1 (0:0)
Grünfeld, Jona. – 468 Zuschauer. – SR: Schelbli. – Tore: 74. Saliji. 92. Brack.
Baden: Mazzeo; Romano, Monney, Isufi, Muff; Lewis (75. Kunz), Holcbecher, Kalt (84. Morina), Haile-Selassie (77. Rhein); Giampà, Brack.
Bemerkungen: 90. Lattenschuss Schmidt. - Baden ohne, Iodice (gesperrt). Kasongo, Abubakar, Zivkovic, Popov, Peter, Scheidegger, Djordjic (alle verletzt.). Gjikollaj (2. Mannschaft). – Gelb: 27. Morgano. 37. Saliji. 72. Marchand. 87. Rhein. 90. Romano (alle Foul).