, Nik Dömer, AZ

Viele Chancen, keine Punkte: FC Baden verliert gegen FCZ U21 und hadert mit der Offensive

Der FC Baden muss im Abstiegskampf den nächsten Dämpfer hinnehmen: Gegen die FCZ U21 kassiert er zuhause eine unnötige 1:3-Niederlage. Für das einzige Badener Highlight sorgt Jan Kalt, der sehenswert per Weitschuss trifft.

Der FC Baden hat gewiss schon einfachere Tage erlebt. Unter der Woche gab es Unruhe, weil zwei Spieler fristlos gekündigt wurden, und nun muss die Mannschaft von Genesio Colatrella auch noch die fünfte Niederlage der Rückrunde hinnehmen – ein bitteres 1:3 gegen die FCZ U21. Damit spitzt sich die Lage im Abstiegskampf weiter zu. Lediglich zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf die beiden Tabellenschlusslichter Bavois und Lugano U21.

Glücklos, aber auch mit einer Portion Unvermögen

Deswegen in Panik zu verfallen, wäre jedoch zum aktuellen Zeitpunkt unangebracht. Denn Colatrellas Mannschaft zeigte gegen die FCZ U21 keine Zerfallserscheinungen. Es war während 94 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe, in dem sich die Hausherren über weite Strecken berechtigte Hoffnungen auf einen Punktgewinn machen konnten.

Schon früh in der Partie hatten Joel Brack und Davide Giampà eine Top-Chance, um das Spiel aus Sicht der Hausherren in die richtige Bahn zu lenken. Im zweiten Durchgang agierten die beiden Badener Offensivakteure vor dem Tor glücklos und auch mit einer Portion Unvermögen. Nebst ihnen kamen auch Kedus Haile-Selassie, Samuel Kasongo und Diego Rhein trotz aussichtsreicher Abschlussposition nicht an FCZ-Goalie Yevhen Morozov vorbei.

Wie Kaltschnäuzigkeit funktioniert, machte ihnen hingegen Jan Kalt vor. Der 23-jährige Eigengewächs, das in der Hinrunde noch für die 2. Mannschaft spielte, ist derzeit ein Badener Lichtblick und bestätigte dies auch wieder mit seiner starken Leistung gegen den Zürcher Nachwuchs. Mit einem Flatterball erwischte er Morozov in der 56. Minute aus ungefähr 16 Metern.

Fahrig verteidigt

Es blieb jedoch das einzige Badener Highlight an diesem Sonntagnachmittag im Stadion Esp vor 869 Zuschauern. Und dies trotz klarem Chancenplus. Die FCZ U21 war hingegen die abgezocktere Mannschaft. Immer wenn Badener Druck entstand und ein Treffer der Hausherren in der Luft lag, reagierte das Team von Dennis Hediger mit einem Gegenschlag.

In der ersten Halbzeit gab es nach hohem Badener Ballverlust einen schnörkellosen Konter, der von Yuro Bohon Diet zum 1:0 vollendet wurde. Kurz nach dem Seitenwechsel hebelte ein weiter Ball von Morozov den Badener Defensivriegel aus, kurz darauf setzte sich Nevio Di Giusto im Strafraum gegen drei(!) Gegenspieler durch. Den Schlussstrich setzte dann Mohammad Mahmoud vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. Er profitierte von einem viel zu leichten Fehler im Badener Aufbauspiel und bezwang Mirco Mazzeo mit einem geschickten Heber. Bitter für den Badener Goalie, der bei allen Gegentoren keine Abwehrchance hatte.

Colatrella bemängelt Effizienz

Fahrig verteidigt? Definitiv. Doch Genesio Colatrella sieht das Hauptproblem in der Offensive: «Fehlende Effizienz ist der einzige Vorwurf, den wir uns machen müssen. Wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten, wären wir früh in Führung gegangen und dann hätte sich ein ganz anderes Spiel entwickelt.» Der Badener Trainer sieht darin jedoch kein generelles Problem: «Gegen Brühl und Lugano U21 waren wir effektiver, wobei man auch sagen muss, dass wir uns viel mehr Torchancen erarbeitet haben. Leider fehlte für einmal die Kaltschnäuzigkeit, vielleicht haben sich die Spieler einfach zu viele Gedanken vor dem Tor gemacht.»

Wie schon zuletzt gegen den FC Biel und den FC Breitenrain lässt sich auch nach dem Spiel gegen die FCZ U21 sagen: Der FC Baden hat zwar gut gespielt, aber am Ende stehen keine Punkte zu Buche. Spurlos geht das an den Spielern nicht vorbei, das weiss auch der Coach: «Solche Niederlagen sind schwierig zu verdauen. Es bleibt uns nur, dass wir weiterarbeiten und im Training Erfolgserlebnisse generieren. Wir zeigen ein anderes Gesicht in der Rückrunde als noch in der Hinrunde. Daran halten wir fest. Gute Arbeit wird irgendwann belohnt.»

Die nächste Chance, um sich für gute Arbeit zu belohnen, haben die Badener am kommenden Samstag. Dann trifft die Mannschaft von Colatrella auswärts auf den Tabellendritten und Aufstiegsanwärter FC Rapperswil-Jona. Ausgerechnet diese Mannschaft, gegen die der FC Baden in dieser Saison bereits zweimal (Cup und Meisterschaft) den Kürzeren zog.