, Michael Wehrle

Viel Kampf und Krampf – immerhin gibt’s drei Punkte

Der FC Baden bleibt auch in der fünften Partie in Folge ungeschlagen und siegt in Schaffhausen mit 3:2.

Es war kein fussballerischer Leckerbissen, was der SV Schaffhausen und der FC Baden boten. Dank fünf Toren hatte die Partie allerdings Unterhaltungswert. Und wenn beim FC Baden gegen das abgeschlagene Schlusslicht nicht alles rund lief, so kämpfte sich die Mannschaft nach zweimaligem Rückstand zurück und ging am Ende als verdienter Sieger vom Platz.

Unglücklich begann es für die Gäste. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, da stolperte Verteidiger Patrick Muff beim Duell mit Tim Hotstettler. Damit hatte der Schaffhauser freie Bahn und schoss sein Team in Führung. Und bei Baden war der Faden gerissen. Es lief nicht mehr viel zusammen, Schaffhausen war besser.

«Mehr als 20 Minuten lang spielten wir wirklich schlecht, da funktionierte überhaupt nichts mehr», analysierte Trainer Eddy Barrera. Er reagierte schnell, nahm Sven Kunz aus dem Mittelfeld zurück in die Abwehrreihe und Jan Kalt rückte nach vorne, übernahm die Rolle von Kunz. Wenig später reagierte der Trainer noch einmal, auch Kunz wurde wieder offensiver. Baden spielte nun statt der Vierer- mit der Dreierkette in der Abwehr.

Und dann brachte Diego Rhein seine Mannschaft mit einem tollen Schlenzer von der linken Strafraumecke ins weite obere Eck des Tores zurück. Nun war Baden klar überlegen. Das Selbstvertrauen war zurück, die Umstellungen zeigten Wirkung. Kurz vor der Pause traf Rhein noch den Pfosten.

Die Wechsel zahlen sich aus

Nach dem Wechsel suchten die Badener den Erfolg allerdings mit dem Kopf durch die Wand und blieben so immer wieder in der Abwehr der Schaffhauser hängen. Es kam sogar noch schlimmer. Ein ungenaues Abspiel von Torhüter Stefan Mitrev erlief sich Ardhurim Rrustemi und zog aus 35 Metern ab. Elis Isufi lenkte leicht ab und der Ball landete zum 2:1 im Netz, auch Mitrev sah unglücklich aus.

Die Gäste reagierten diesmal aber nicht geschockt, eher wütend. Und Kalt fand mit seinem Pass die Lücke zu Andrin Ulli, der ausglich. Zehn Minuten später zahlten sich die Wechsel von Barrera aus. Nenad Zivkovic schloss eine Kombination der drei Neuen, von Nathan Mbengi über Ali Benelmir mit dem Siegtor ab. Trotz grosser Hektik in den Schlussminuten liessen die Badener nichts mehr anbrennen, verpassten mit Kontern aber auch das vierte Tor.

«Es war nicht einfach, doch wir haben uns das Leben auch selber schwer gemacht», fand Barrera. Aber trotz aller Schwierigkeiten habe sein Team nie aufgesteckt. Es sei ein wildes Auf und Ab gewesen. Viel Kampf, aber auch Krampf habe seine Mannschaft geboten. Eine solche Partie sei gegen eine Mannschaft im Abstiegskampf nicht ungewöhnlich. Etwas mehr spielerische Lösungen hätte er sich aber schon gewünscht.


Das Telegramm

SV Schaffhausen - FC Baden 2:3 (1:1)

Bühl, Schaffhausen. –350 Zuschauer. – SR: Ottmann. – Tore: 2. Hostettler 1:0. 26. Rhein 1:1. 61. Rrustemi 2:1. 74. Ulli 2:2. 84. Zivkovic 2:3.

Baden: Mitrev; Isufi, Suter (69. Benelmir), Kalt, Muff; Romano, Kunz (46. Bertelle), Rhein (83. Mbengi), Barletta; Huruglica (69. Zivkovic), Ulli.

Bemerkungen. 43. Pfostenschuss Rhein. 80. Abseitstor Barletta. 81. Pfostenschuss Barletta. – Baden ohne Hunn, Capone, Popov (alle verletzt). Giampà, Fazlic (krank). Brack (gesperrt). Koloua, Zeric, Ameti (nicht im Aufgebot). – Gelb: 22. Kunz (Foul). 87. Zivkovic (Unsportlichkeit). 90+1. Ulli (Foul).