Die glanzvollen Scharten-Jahre

Erinnerungen an ruhmreiche Zeiten des FC Baden: Als Trikots noch keine Namen trugen und Spieler keine 222 Millionen Euro wert waren, als der FC Baden noch auf einer Blumenwiese kickte – an diese Zeit kann sich Bruno Zünd erinnern.

Bruno Zünd hat auf der Tribüne im Stadion Esp Platz genommen, so wie er es fast in jedem Heimspiel des FC Baden tut. Ein FCB-Spiel im Dättwiler Esp ohne Bruno Zünd, das gibt es selten. Sogar bei Auswärtsspielen in der näheren Umgebung ist der 83-Jährige teilweise noch mit dabei. Seit sieben Jahren versucht der Verein an alte Zeiten anzuknüpfen und den Schritt nach oben zu machen. Einige Male war man nahe dran, den Aufstieg in die 1. Liga Promotion zu schaffen und scheiterte wortwörtlich in letzter Minute. Bruno Zünd erinnert sich an eine Zeit, in der sich der FC Baden mit den besten Teams der Schweiz gemessen hatte. Angefangen hatte alles in den 40er-Jahren. Schon als kleiner Junge besuchte Bruno Zünd mit seinen Eltern die Spiele des FC Baden. «Mein Onkel Hans Angst spielte in der ersten Mannschaft», erinnert sich der FC-Baden-Fan. Zu dieser Zeit fanden die Spiele auf dem Fussballplatz Scharten statt. «Im Strafraum hatte es kaum Gras und auf dem übrigen Feld wurde es mit einer Sense geschnitten», berichtet Zünd.

Die Spielfeldmarkierungen habe man mit Sägemehl gekennzeichnet und wenn die Kinder auf dem Scharten gespielt hatten, mussten sie aufpassen, dass sie nicht von einer Biene gestochen wurden, so viele Blumen hatte es auf dem Fussballfeld. Vor allem die Derbys gegen den FC Wettingen waren an Brisanz kaum zu überbieten. Insbesondere darum, weil sich der Scharten auf Wettinger Boden befindet. Die Familie Zünd wohnte damals in der Halde und spazierte jedes Wochenende nach Wettingen, um die Spiele des FC Baden zu verfolgen. Damals standen bereits am Samstagmorgen bei den Einsätzen der zweiten oder dritten Mannschaft einige Zuschauer am Spielfeldrand. In Scharen pilgerten sie von Baden über die Hochbrücke auf den Scharten.

Abend der Helden
Den Höhepunkt der Vereinsgeschichte feierte der FC Baden Jahre später. Das Spiel der Spiele fand am Mittwochabend, 19. Juni 1985, statt. Baden empfing am letzten Spieltag der Nationalliga-B-Saison den FC Martigny. Eine Überraschung lag in der Luft auf dem Scharten. Der FCB, notabene mit dem kleinsten Budget in der Nationalliga B, sicherte sich mit einem 4:1-Sieg gegen die Westschweizer den Aufstieg in die Nationalliga A. Die Sensation war perfekt. Auch im letzten Saisonspiel war auf den besten Torschützen der Liga verlass. Vittorio Allegretti traf gleich drei Mal und hatte somit entscheidenden Anteil am Aufstieg des FCB.

Auf dem Cordulaplatz und in der Tunnelgarage feierte Baden seine Helden bis spät in die Nacht. In der darauffolgenden Nationalliga-A-Saison gab es indes weit weniger zu feiern. Nur gerade einen Sieg gelang dem FC Baden. Immerhin war es mit dem Auswärtssieg gegen den späteren Meister YB ein prestigeträchtiger Sieg. «Ich war damals in Bern dabei. Die Freude über den ersten Erfolg in der Nationalliga A war riesig», blickt Bruno Zünd zurück. Trotzdem reichte es nicht für den Verbleib in der höchsten Schweizer Liga. Stattdessen etablierte sich der FCB in den Folgejahren in der Nationalliga B. Eine Erfolgsserie, die bis 2006 Bestand hielt.